Diese Erklärung erläutert die Bedeutung, den Aufbau und die rechtlichen Hintergründe der Leistungserklärung (Declaration of Performance - DoP) im Rahmen der Bauprodukteverordnung (CPR) für Sektionaltore.
Die Leistungserklärung (Declaration of Performance – DoP) ist ein Schlüsselbegriff in der Bauprodukteverordnung (CPR). Mithilfe der DoP sollen den Abnehmern und Anwendern Informationen über die wichtigsten Merkmale eines bestimmten Produktes zur Verfügung gestellt werden. Dies ist eine Ergänzung des bestehenden Paketes an Dokumentationen, die bei einem fertig montierten Tor standardmäßig mitgeliefert werden müssen. Bevor das Tor dem Auftraggeber übergeben wird, ist eine DoP auszustellen.
Die Bereitstellung der DoP wird über das Portal der Ocean Service Group als zusätzlicher Service für Vertragspartner angeboten. Dazu wurden die DoP-Vorlagen mit den geltenden Vorschriften abgeglichen und aktualisiert. Die jeweils aktuelle DoP steht im Portal zur Verfügung und kann mit jeder Bestellung heruntergeladen werden.
Der ausführende Montagebetrieb ist für die richtige Montage und korrekte Lieferung des Tores verantwortlich. Damit werden die auf der DoP angegebenen CE-Leistungen gewährleistet.
Viele Punkte im Inhalt der DoP sind wortwörtlich vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Daher ist es aus rechtlicher Sicht nicht ohne Weiteres zulässig, den Inhalt der DoP zu ändern. Die genannten Punkte sind #in der Praxis# nicht immer logisch, sie sind jedoch rechtlich vorgeschrieben. Zum Beispiel geht der Gesetzgeber von einem ganz bestimmten Produkttyp aus. Ein Sektionaltor ist eigentlich ein modulares Fassadenelement, bei dem verschiedene Hauptprodukte kombiniert werden, um zu einem Endprodukt zu gelangen. Dies macht die Anzahl der möglichen Kombinationen unendlich groß, sodass nicht von einem festen Produkttyp im klassischen Sinne gesprochen werden kann. Daher hat man sich dafür entschieden, als Produkttyp nacheinander die Auftragsnummer, die Paneele und das Hardware-System aufzuführen.
Erläuterung der DoP-Themen
Nummer: Hier wird die Auftragsnummer des Tores angegeben.
Eindeutige Identifikationsnummer des Produkttyps: Hier wird die Kombination aus Auftragsnummer, Paneel und Hardware-System aufgeführt. Da ein Sektionaltor ein modulares Produkt ist, hat es eigentlich keinen klassischen Produkttyp. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass diese Kennzeichnung nicht zwingend mit der reinen Auftragsnummer identisch sein muss.
Bestimmungsgemäße Verwendung: An dieser Stelle wurde eine standardisierte, allgemeine Beschreibung der Verwendung hinterlegt: Zur Verwendung als Garagentor/Industrietor, manuell/elektrisch betätigt, für den Zugang/die Einfahrt von Personen, Fahrzeugen und/oder Gütern (Sektionaltor mit spezifischer Konfiguration).
System von AVCP: In den Rechtsvorschriften fallen die Themen der DoP unter das System AVCP 3. Die Buchstaben AVCP stehen für Assessment, Verification of Constancy of Performance (Bewertung und Überprüfung der Leistungsbeständigkeit).
Harmonisierte Norm: Eine harmonisierte Norm ist eine von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union verifizierte Norm, die überwiegend technische Vorschriften beinhaltet. Die Grundnorm für Sektionaltore ist die EN 13241. Die Ziffern der Norm müssen vollständig ausgeschrieben werden.
Notifizierte Stellen (Notified Bodies): Eine notifizierte Stelle ist eine Organisation, die im europäischen Rahmen befugt ist, bestimmte Prüfungen durchzuführen. Diese Akkreditierung ist fachspezifisch. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass bei bestimmten Fachbereichen die notifizierte Stelle anzugeben ist. Da ein Sektionaltor ein modulares Produkt ist, bedeutet dies, dass mehrere notifizierte Stellen bestimmte Leistungen mithilfe von Prüfungen verifiziert haben.
Erklärte Leistungen: Die erklärten Leistungen gelten dann, wenn das Tor gemäß der Montageanleitung und durch eine qualifizierte Person montiert wurde. Bei den erklärten Leistungen fehlt die wichtige CE-Leistung Schalldämmung. Diese darf laut Gesetzgeber nicht auf die DoP aufgeführt werden. Der Wert der Schalldämmung steht jedoch auf der Konformitätserklärung des Tores und auf dem CE-Etikett. Die CE-Leistungen Luftdurchlässigkeit, Wasserdurchlässigkeit, Widerstand gegen Windlast und Dämmwert stehen in der DoP. Der angegebene Wert auf der Leistungserklärung (DoP), der Konformitätserklärung (DoC) und dem CE-Etikett ist identisch. Bei den CE-Leistungen Freisetzung von gefährlichen Substanzen, sicheres Öffnen, Geometrie der Verglasung, Mechanische Festigkeit und Stabilität sowie Dauerhaftigkeit ist die Ausgangsposition häufig NPD (No Performance Determined – Keine Leistung festgestellt). Das bedeutet nicht unbedingt, dass der Werkstoff unklar ist, sondern dass dieser Teil noch im Aufbau befindlich oder normativ nicht standardisiert ist. Eventuelle spezifische Informationen können über die Ocean Service Group angefragt werden.
Bedienungskräfte: Diese Funktion betrifft nur elektrisch betätigte Tore, bei denen der Antrieb über den Systemgeber bezogen wurde. Wurde der Antrieb separat durch den Montagebetrieb beschafft, ist dieser selbstfür die Kombination des Tores mit dem Antrieb verantwortlich. Es ist in diesem Fall rechtlich zulässig, eine Ergänzung zur DoP zu erstellen, aus der hervorgeht, dass die gewählte Kombination von einer notifizierten Stelle geprüft wurde. Für eine solche Ergänzung trägt der Montagebetrieb die Verantwortung.
Geeignete technische Dokumentation und/oder spezifische technische Dokumentation: Standardmäßig ist das Tor sowohl mit einer Montageanleitung als auch einer Gebrauchsanweisung ausgestattet. Bei einem Antrieb kommt natürlich noch eine entsprechende Gebrauchsanweisung hinzu. Diese Anweisungen können digital oder als Druckversion zur Verfügung stehen. Falls Anpassungen am Tor durchgeführt wurden, kann es notwendig sein, der mit dem Tor gelieferten Dokumentation die entsprechenden Informationen, Zertifikate und/oder Erklärungen beizulegen. Es ist gesetzlich vorgeschrieben, bei bestimmten Komponenten immer die passende Gebrauchsanweisung mitzuliefern.
Ort und Datum: Das Formular wird gültig, sobald die DoP mit einer Unterschrift, dem Ort und dem Datum versehen ist. Bei der Übergabe des Tores muss den Unterlagen zwingend eine DoP beiliegen. Natürlich müssen bei der Übergabe des Tores noch weitere Bedingungen erfüllt werden – wie beispielsweise die Einweisung der Benutzer.
Zusätzliche Anforderungen bei der Übergabe
Um die Anforderungen der CE-Kennzeichnung zu erfüllen, muss nicht nur der Monteur eine sachkundige Person sein, sondern es muss auch der Benutzer des Tores sachkundig in den sicheren Gebrauch des Produkts eingewiesen werden.
Risikoanalyse: Beim Verkauf eines Sektionaltores muss eine projektspezifische Risikoanalyse erstellt werden. Dabei ist zu berücksichtigen, wer mit dem Tor in Kontakt kommt (Einstufung der Anwender) und in welcher Umgebung das Tor montiert wird (z. B. wenn es an eine öffentliche Straße oder einen Gehweg grenzt). Bei der Übergabe kann eventuell festgestellt werden, dass das Tor angepasst werden muss, um allen Sicherheitsanforderungen zu entsprechen.
Überprüfung der Sicherungen: Bevor das Tor übergeben wird, müssen alle installierten Sicherheitsvorrichtungen auf ihre einwandfreie Funktion überprüft werden.
Schließkraftmessung: Insbesondere bei großen und schweren Toren ist die Schließkraftmessung von großer Bedeutung. Alle wichtigen Details hierzu werden im Bereich der Schließkraftmessung behandelt.
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