Konformitätserklärung (DoC)

Diese Erklärung beschreibt die Bedeutung, den Zweck und die inhaltlichen Themen der Konformitätserklärung (Declaration of Conformity - DoC) für Sektionaltore im Rahmen der CE-Kennzeichnung.

Produkte
Sektionaltor
Kundengruppe
Privat
Autor
Simon Köster
Veröffentlicht am
March 8, 2026

Konformitätserklärung (DoC)

Bedeutung und Zweck der DoC

Die Konformitätserklärung (Declaration of Conformity – DoC) ist ein Schlüsselbegriff in der CE-Kennzeichnung. Mithilfe der DoC sollen Abnehmern und Anwendern Informationen über die wichtigsten Merkmale eines bestimmten Produktes zur Verfügung gestellt werden. Dies ist eine Ergänzung des bestehenden Paketes an Dokumentationen, die bei einem fertig montierten Tor standardmäßig mitgeliefert werden müssen. Bevor das Tor dem Auftraggeber übergeben wird, muss eine DoC ausgestellt werden.

Die Bereitstellung der DoC wird Vertragspartnern über das Portal als zusätzlicher Service angeboten. Dazu wurden die entsprechenden Vorlagen mit den geltenden Vorschriften abgeglichen und aktualisiert. Die jeweils aktuelle DoC ist im Portal verfügbar und kann mit jeder Bestellung heruntergeladen werden.

Der ausführende Montagebetrieb ist für die richtige Montage und korrekte Lieferung des Tores verantwortlich. Damit werden die auf der DoC angegebenen CE-Leistungen gewährleistet.

Einige Punkte im Inhalt der DoC sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Aus rechtlicher Sicht ist es nicht ohne Weiteres zulässig, die DoC eigenmächtig zu ändern.

Nachfolgend zur Verdeutlichung eine kurze Erläuterung der DoC-Themen. Zuerst wird die harmonisierte Norm, anhand derer die Konformität festgestellt wurde, in den Text aufgenommen:

Gemäß EN 13241:2003+A2:2016 Industrietore und kommerzielle Garagentüren und -tore – Produktnorm, Leistungsmerkmale

Erläuterung der DoC-Themen

  1. Eindeutige Identifikationsnummer des Produkttyps: Hier wird die Kombination aus Auftragsnummer, Paneel und Hardware-System angegeben. Da ein Sektionaltor ein modulares Produkt ist, hat es eigentlich keinen klassischen Produkttyp. Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass diese Nummer nicht zwingend mit der reinen Auftragsnummer übereinstimmen muss, auch wenn die Auftragsnummer an sich eindeutig ist.
  2. Beschreibung: Um das Sektionaltor näher zu identifizieren, werden hier spezifische Details aufgeführt – wie die Maße des Tores sowie die Anzahl der Sektionen und Felder. Zudem wird dokumentiert, ob das Tor manuell oder elektrisch betätigt wird. Falls das Tor elektrisch betätigt ist und der Antrieb über den Systemgeber bezogen wurde, wird im Portal eine separate Erklärung für den Antrieb bereitgestellt. Im Falle eines industriellen Aufsteckantriebs wird außerdem eine Erklärung der Steuerung hinzugefügt. Beide Erklärungen müssen den Unterlagen des Tores beiliegen.
  3. CE-Leistungen: In der Erklärung sind mehrere CE-Leistungen mit konkreten Werten aufgeführt (Luftdurchlässigkeit, Wasserdichtheit, Widerstand gegen Windlast, Dämmwert und Schalldämmung). Bei speziellen Ausführungen – wie zum Beispiel offenen Füllungen (etwa Streckgitter) oder bestimmten Sonderfenstern – kann oft kein Messwert ermittelt werden, da sich der von der Norm geforderte Testdruck in der Prüfkabinettechnologie nicht erzeugen lässt. In diesen Fällen wird NPD (No Performance Determined) angegeben. Ob in solchen Fällen dennoch bestimmte CE-Leistungen festgestellt werden können, bedarf einer Einzelfallprüfung.
  4. Die Richtlinien und Verordnungen: Wird ein Tor ohne Antrieb geliefert, gilt es rechtlich zunächst als handbetätigtes Tor. Eine nachträgliche Ausrüstung mit einem eigenen Antrieb gilt rechtlich als Produktänderung. Bei der Lieferung muss der Montagebetrieb sicherstellen, dass die korrekten Unterlagen für die spezifische Konfiguration beiliegen. In bestimmten Fällen kann eine Bescheinigung über die Schließkraftmessung des Antriebs angefordert werden. Ein handbetätigtes Tor fällt rechtlich unter die Bauprodukteverordnung, während ein elektrisch betätigtes Tor zusätzlich der Maschinenrichtlinie, der Niederspannungsrichtlinie und der EMV-Richtlinie unterliegt.
  5. Angewandte harmonisierte Norm: Hier ist die grundlegende harmonisierte Norm aufgeführt, die als Basis für alle CE-Leistungen dient. In der Norm wird auf spezifische, zugrundeliegende Normen für Einzelleistungen sowie auf Sicherheits- und Risikobefunde verwiesen. Vor der Festlegung der definitiven Torkonfiguration muss eine Risikoanalyse durchgeführt werden. Es empfiehlt sich, diese bereits vor Angebotserstellung vorzunehmen, da spätere Produktänderungen oft höhere Kosten nach sich ziehen. Die Risikoanalyse bewertet unter anderem, wer mit dem Tor in Kontakt kommt (Nutzer-Einstufung) und in welcher Umgebung das Tor montiert wird (z. B. angrenzend an öffentliche Straßen oder Gehwege). Sollte sich bei der Übergabe herausstellen, dass das Tor eine andere Sicherheitseinstufung benötigt, sind nachträgliche Anpassungen meist aufwendiger als eine Vorab-Prüfung.
  6. Notifizierte Stellen (Notified Bodies): Eine notifizierte Stelle ist eine offiziell befugte Organisation, die spezifische Bauteilprüfungen im europäischen Rahmen durchführt. Da ein Sektionaltor ein modulares Produkt ist, wurden verschiedene Teilleistungen von unterschiedlichen notifizierten Stellen per Prüfung verifiziert.
  7. Ort und Datum: Das Formular wird erst durch Unterschrift sowie Angabe von Ort und Datum rechtsgültig. Bei der Übergabe des Tores muss die DoC zwingend den Unterlagen beiliegen. Natürlich müssen bei der Übergabe auch weitere Pflichten erfüllt werden – wie beispielsweise die sachkundige Einweisung einer verantwortlichen Person vor Ort, die die Anweisungen an die übrigen Nutzer weitergeben muss.

Zusammenfassung für dein Lern-Review

  • Rolle der DoC (Declaration of Conformity): Die Konformitätserklärung ist das juristische Pendant zur Leistungserklärung (DoP) und bestätigt, dass das Sektionaltor alle relevanten EU-Richtlinien und Normen (insb. EN 13241) erfüllt. Sie muss bei der Übergabe an den Kunden vorliegen.
  • Richtlinien-Wechsel bei Antrieben: Ein reines handbetätigtes Tor unterliegt primär der Bauprodukteverordnung. Wird ein elektrischer Antrieb hinzugefügt (bzw. nachgerüstet), greifen zusätzlich die Maschinenrichtlinie, die Niederspannungsrichtlinie und die EMV-Richtlinie.
  • NPD-Kennzeichnung bei Sonderfüllungen: Kann ein bestimmter physikalischer Test (z. B. bei offenen Streckgittern) im Prüfstand nicht durchgeführt werden, wird dies normgerecht als No Performance Determined (NPD) ausgewiesen.
Offizielles Dokument einer EG-Konformitätserklärung für ein Industrie-Sektionaltor der Marke Jansen, das Produktdetails, Leistungswerte (wie Luft- und Wasserdurchlässigkeit, Windlast und Wärmedurchgang), angewandte Normen sowie die CE-Kennzeichnung enthält.

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