Eine zu hohe Spitzenkraft

Diese Erklärung erläutert die zulässigen Grenzwerte der Kraftentwicklung bei Sektionaltoren gemäß EN 13241, EN 12453 und EN 12445, zeigt mögliche Ursachen für zu hohe Spitzenkräfte auf und beschreibt die systematische Überprüfung sowie die Vorgaben zur Messung.

Produkte
Sektionaltor
Kundengruppe
Privat
Autor
Simon Köster
Veröffentlicht am
March 8, 2026

Eine zu hohe Spitzenkraft

Technische Skizze im Aufriss mit vertikalen Maßangaben (darunter 2800, 50 und wiederkehrenden Abständen von 300) sowie einer nach oben gerichteten Pfeilmarkierung mit der englischen Aufschrift „direction of measuring force“, welche die Prüfpunkte oder Kraftmessungen an einer vertikalen Komponente veranschaulicht.

Grundlagen und Grenzwerte

Den europäischen Normen EN 13241, EN 12453 und EN 12445 gemäß muss die Kraftentwicklung eines Sektionaltores im geschlossenen Zustand beziehungsweise beim Schließvorgang unter 400 N bleiben.

Wenn ein höherer Wert gemessen wird, gibt es einige Aspekte, die dafür die Ursache sein können (in beliebiger Reihenfolge):

  • Die Ausgewogenheit des Tores (Unwucht)
  • Die Funktion (wie z. B. die Reaktionsgeschwindigkeit) der PSPE (pneumatischen Durchlaufsicherung) / ESPE (OPTO-Durchlaufsicherung)
  • Das Spiel der Komponenten (vor allem Welle und Passfeder, aber auch ein nicht fixiertes Bauteil)
  • Die Zusammensetzung (Härte) des Bodengummis
  • Die Geschwindigkeitseinstellung des Antriebs
  • Die Höhe des Bodengummis
  • Das Gewicht und die Wandstärke des Gummis
  • Das Modell des Bodengummis
  • Die geometrischen Abmessungen (Rechtwinkligkeit, waagerechte Ausrichtung, kreuzweise identische Diagonale)
  • Die Krafteinstellung des Antriebs
  • Das Gesamtgewicht des Tores (zu bewegende Masse)

Systematische Überprüfung bei zu hoher Spitzenkraft

Wenn ein Sektionaltor eine zu hohe Spitzenkraft aufweist, ist es äußerst wichtig, einige Punkte systematisch zu überprüfen:

Ausgewogenheit

Die Ausgewogenheit des Tores ist der wichtigste Faktor, wenn es um die Spitzenkraft geht. Nach dem sicheren Abkuppeln des Antriebs muss überprüft werden, ob das Tor ausgewogen ist. Wenn das nicht der Fall ist, muss geprüft werden, ob das Tor durch Nachstellen der Federn in die Balance gebracht werden kann. Ist dies nicht möglich, muss überprüft werden, ob am Tor die korrekten Federn für das tatsächliche Torblattgewicht montiert wurden.

Seile

Bei einem Hoch-System (HL) und Vertikal-System (VL) ist es wichtig zu überprüfen, ob das Stahlseil exakt und sauber um die Seiltrommel gewickelt ist. Bei einem HL-System muss der konische Teil der Trommel vollständig umwickelt sein und das Stahlseil am konischen Teil beginnen, wenn das obere Paneel um 45° angewinkelt ist. Bei einem VL-System muss die Trommel im geöffneten Zustand vollständig umwickelt sein.

Technische Skizze auf dunklem Hintergrund mit Maßangaben, die im unteren Bereich horizontal in zwei gleiche Hälften unterteilt ist (gekennzeichnet durch Gleichheitszeichen „=“). Im oberen Bereich sind horizontale blaue Streifen als Darstellung von Sektionaltor-Paneelen abgebildet, zu denen jeweils Maßlinien mit dem Wert „200“ von den Außenkanten führen.

Spiel

Spiel an den mechanischen Komponenten verursacht höhere Spitzenkraftwerte. Es ist wichtig zu überprüfen, ob das Tor nicht zu locker montiert wurde. Außerdem muss das Tor absolut waagerecht ausgerichtet sein, die Schienen in gleicher Höhe angebracht werden (serienmäßig mit einer leichten Steigung von 1° nach hinten) und die waagerechten Schienen kreuzweise gemessen exakt die gleichen Diagonalmaße aufweisen.

Einstellung des Antriebs

Für die Spitzenkraft spielt die korrekte Programmierung des Antriebs eine entscheidende Rolle. Wenn die Schließgeschwindigkeit und die Abschaltkraft verringert werden können, wirkt sich dies oft direkt positiv auf die gemessene Spitzenkraft aus.  

Die Art des Bodengummis  

Die Höhe, die Form und das Volumen des Bodengummis haben einen direkten Einfluss auf die Spitzenkraft. Ein höheres Gummi mit einem höheren Verformungs- und Absorptionsvermögen führt zu einer geringeren gemessenen Spitzenkraft beim Aufsetzen auf den Boden.  

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