Berechnung des Dämmwerts (U-Wert) bei Sektionaltoren

Der U-Wert eines Sektionaltores gibt die thermische Transmission an und wird gemäß der europäischen Norm EN 13241 komplex aus der Summe aller geprüften thermischen Bauteilpositionen berechnet.

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Berechnung des Dämmwerts (U-Wert) bei Sektionaltoren

Einleitung und rechtliche Grundlagen

In der Torbranche ist es nach der europäischen Norm EN 13241 zwingend vorgeschrieben, die Wärmedämmung ausschließlich über den sogenannten U-Wert anzugeben. Dieser Wert beschreibt die thermische Transmission (den Wärmedurchgangskoeffizienten) eines gesamten Fassadenelements.

Der endgültige U-Wert eines Sektionaltores, der auch als CE-Leistung deklariert wird, ergibt sich aus der Summe der Werte aller einzelnen thermischen Positionen des Tores. Diese zugrunde liegenden Einzelwerte dürfen ausschließlich durch anerkannte, benannte Prüfstellen (Notified Bodies) mittels Tests und Berechnungen ermittelt werden. Dem Torhersteller ist es anschließend gestattet, aus diesen geprüften Einzelwerten die finale Summe für das jeweilige Tor zu berechnen.

Die Grundformel zur Berechnung

Die mathematische Grundlage für die Berechnung des U-Wertes eines Sektionaltores lautet:

$$U_{door} = \frac{A^p \cdot U^p_{1-DIM} + A^w \cdot U^w_{1-DIM} + \sum (\Psi \cdot L)}{A_{door}}$$

Um diesen Wert zu bestimmen, wird das Tor in verschiedene thermische Positionen unterteilt:

  • Bei einem isolierten Sektionaltor ist das Paneel die wichtigste Position.
  • Bei einem verglasten Sektionaltor stellt die Füllung (Verglasung) die Hauptposition dar.

Für diese Hauptpositionen wird der Wert mit der Fläche der gesamten lichten Größe multipliziert (abzüglich abweichender Teile, wie z. B. Fensterflächen in isolierten Toren). Anschließend werden alle weiteren thermischen Schnittstellen berechnet und addiert. Dazu gehören beispielsweise die Verbindungen der Paneele untereinander, die Seitenflächen, sowie die Ober- und Unterseite des Tores.

Da Sektionaltore maßgefertigt werden, ist praktisch jedes Tor eine Einzelkalkulation. Ein einfaches, geschlossenes Tor besitzt oft nur etwa 5 thermische Positionen, während komplexe Tore (z. B. mit Verglasung, isolierter Unterseite, Rosten und Schlupftür) aus mehr als 15 Positionen bestehen können. Für die CE-Berechnung der durch die Ocean Service Group vertriebenen Tore haben die Original-Hersteller insgesamt über 4.100 verschiedene thermische Positionen ermitteln lassen – allein für die verschiedenen Verbindungen gibt es mehr als 1.000 mögliche Kombinationen.

Nahaufnahme einer handheld FLIR Wärmebildkamera, die von einer Person gehalten wird und auf eine industrielle Komponente im Hintergrund gerichtet ist. Das Kameradisplay zeigt eine Temperaturmessung von '82.2 °C' und die Uhrzeit '10:47' in einem Thermografie-Farbschema.

Relevante Normen

Die wichtigsten europäischen Normen in Bezug auf die Berechnung der thermischen Transmission sind:

  • EN 13241: Tore - Produktnorm, Leistungseigenschaften
  • EN 12428: Tore - Wärmedurchgangskoeffizient - Anforderungen an die Berechnung
  • EN 673: Glas im Bauwesen - Bestimmung des U-Werts (Wärmedurchgangskoeffizient) - Berechnungsverfahren

Vertraulichkeit der Berechnungsdaten

Die Ocean Service Group behandelt die vollständigen, von den Original-Herstellern bereitgestellten U-Wert-Berechnungen als vertraulich. Dies ist in der Branche üblich. Dafür gibt es klare Gründe:

  • Wettbewerbsschutz: Die detaillierten thermischen Kalkulationen sind technisches Know-how und aus Wettbewerbsgründen geschützt.
  • Komplexität: Die Berechnungsmatrix ist hochkomplex. Eine vollständige Herausgabe würde dem Empfänger in der Regel keinen praktischen Nutzen bieten.
  • Gesetzliche Lage: Es besteht keine rechtliche Verpflichtung, die Einzelkalkulationen an Endkunden herauszugeben.
  • Rechtsgültigkeit: Eine Kalkulation ist nur dann zulässig und darf das CE-Kennzeichen tragen, wenn die Werte durch eine benannte Stelle untermauert werden.

Die Ocean Service Group setzt auf absolute Integrität, auch wenn Mitbewerber teilweise unrealistische oder nicht nachweisbare Werte kommunizieren. Wir stehen für unsere validierten Werte ein.

Nahaufnahme eines kompakten digitalen Zählers der Marke OMRON, Modell H7EC, der auf einem Metallprofil montiert ist. Das LCD-Display zeigt deutlich die Zahl 75444 an. Im Hintergrund ist eine Welle mit einer Torsionsfeder zu erkennen, was auf die Mechanik eines Tores hindeutet.
Nahaufnahme eines industriellen Zeitrelais der Marke OMRON, Modell H3DK. Das längliche, weiße Modul verfügt über zwei gelblich leuchtende Status-LEDs sowie drei Einstellräder zur Konfiguration von Zeitschaltungen. Es ist mit verschiedenen Kabeln verdrahtet.

Prüfmöglichkeiten und Nachweise für Endkunden

Auch wenn die Rohdaten der Kalkulation nicht ausgehändigt werden, bietet die Ocean Service Group transparente Möglichkeiten zur Verifizierung der CE-Leistungen:

  • Projektbezogene CE-Erklärung: Die Ocean Service Group kann die rechtsgültige, auf die Auftragsnummer bezogene CE-Erklärung (gemäß EN 13241) des Original-Herstellers zur Verfügung stellen, in der die thermische Transmission des spezifischen Tores deklariert wird. (Wird bei einmaliger Anfrage für ein Projekt kostenlos bereitgestellt).
  • Einsichtnahme vor Ort: Bei berechtigtem Bedarf können die zugrunde liegenden Berechnungen und Berichte am Hauptsitz in Zeewolde (Niederlande) eingesehen und erläutert werden (Kopieren ist nicht gestattet).
  • Externe Neuberechnung: Auf speziellen Wunsch kann eine spezifische Kalkulation durch eine offizielle benannte Stelle in Auftrag gegeben werden (Kosten: ca. 900,00 € bis 1.450,00 € pro Tor, Dauer: mind. 2–3 Wochen).

Ständige Aktualisierung (Lebendige Materie)

Die CE-Leistung zur thermischen Transmission stützt sich bei den von der Ocean Service Group angebotenen Toren auf Dutzende offizielle Berichte der Hersteller (inkl. regelmäßig aktualisierter Revisionsberichte). Das Thema CE und U-Werte ist "lebendige Materie", die ständiger Aufmerksamkeit unterliegt und regelmäßig aktualisiert wird, beispielsweise bei:

  • Einführung neuer Produkte oder modifizierter Bauteile.
  • Änderungen der zugrunde liegenden EU-Normen.
  • Neuen technischen Erkenntnissen und Prüfverfahren.

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